Die Grundlage unserer Arbeit
Wir sind die GRÜNE JUGEND Hannover und setzen uns für eine ökologische, offene und
demokratische Gesellschaft ein, in der es Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle gibt.
Wir sind die Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen. Inhaltlich sind wir unabhängig
und verhalten uns der Partei gegenüber auch kritisch. Mitgliedschaft in dieser ist keine
Voraussetzung, um bei uns mitzumachen. Zu unseren Treffen kann jede*r bis zu einem Alter
von 28 Jahren kommen.
Teil unserer gemeinsamen Arbeit sind Aktionen in der Öffentlichkeit und Demonstrationen
sowie die Verbreitung unserer Positionen über verschiedene Medien. Wir bilden uns
regelmäßig in Form von Workshops und Seminaren weiter und arbeiten gemeinsam in
verschiedenen Bündnissen.

Ökologie
Wir stehen für eine grüne und nachhaltige Zukunft. Wir sind uns einig, dass wir auf lokaler
Ebene beginnen müssen, um Veränderungen im Umweltschutz zu erzielen und der Klimakrise
und ihren Auswirkungen entgegen zu treten.
Die GJH ist sich ihrer Verantwortung gegenüber Lebewesen bewusst und engagiert sich für
einen aktiven Tierschutz. Wir sprechen uns gegen Massentierhaltung und einen zu hohen
Fleischkonsum aus. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass alle Menschen die Möglichkeit
zu einer bewussten Ernährung mit Lebensmitteln aus veganer, ökologischer und
naturschonender Erzeugung haben.
Wir möchten den Planeten für die Jugend auch in Zukunft bewahren. Nicht erst die durch
Menschen verursachten Umweltkatastrophen veranlassen uns zum Handeln. Mit
Veränderungen in der Energie- und Verkehrspolitik, wie z.B. der Förderung und dem Umstieg
von konventioneller zu erneuerbarer Energiegewinnung, muss dem Ressourcenschwinden und
dem Treibhauseffekt entgegengewirkt werden.
Der Kampf gegen die Klimakrise darf jedoch nicht auf dem Rücken der Schwächsten
ausgetragen werden. Deshalb fordern wir globale Gerechtigkeit ein.

Offene und demokratische Gesellschaft
Wir sind ein antifaschistischer Jugendverband. Die GJH setzt sich gegen Rassismus,
Antisemitismus und andere menschenfeindliche Ideologien ein und möchte Maßnahmen und
Strukturen stärken, die sich gegen Hass und Hetze wenden. Wir solidarisieren uns mit den
Leidtragenden dieser Diskriminierungen.
Weiterhin setzen wir uns für ein solidarisches, gemeinschaftliches Europa ohne Außengrenzen
ein. Alle, insbesondere Geflüchtete, sollen das Recht haben, dort zu wohnen, zu arbeiten und
zu leben, wo Freiheit und Sicherheit garantiert sind.
Wir sind ein basisdemokratischer Jugendverband. Das bedeutet auch, dass wir für mehr
Möglichkeiten zur Mitbestimmung in der Politik kämpfen. Staatliche Ungerechtigkeiten
wollen wir beseitigen. Sicherheitsbehörden, wie Polizei und Verfassungsschutz, müssen sich
an rechtsstaatliche Regeln halten. Der Schutz unserer persönlichen Daten, nicht nur in
Behörden, sondern auch im Internet und gegenüber der Wirtschaft, ist uns besonders wichtig.
Wir möchten selbst über unsere Daten bestimmen können.

Besonders junge Menschen möchten wir stärker an politischen Entscheidungen beteiligt sehen
und wollen sie an ihrer eigenen Zukunft mitwirken lassen. Ausgrenzung von Menschen an
demokratischen Entscheidungsprozessen und der gesellschaftlichen Teilhabe aufgrund von Alter,                         Staatszugehörigkeit oder einer Behinderung lehnen wir entschieden ab. Wir sehen es als
unsere Aufgabe an, dem Rechtsruck der Gesellschaft etwas entgegen zu setzen.

Feminismus
Auch wenn die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter schon weit fortgeschritten ist, kann
in der Realität noch lange nicht die Rede davon sein. Frauen verdienen durchschnittlich
immer noch deutlich weniger als Männer, bekommen weniger Rente und sind in den
Führungsebenen von Unternehmen, Gewerkschaften, Parteien und in der Wissenschaft massiv
unterrepräsentiert.
Sexualisierte Gewalt an Frauen gehört leider immer noch zum Alltag. Da Frauen sexistischen
Sprüchen ausgesetzt sind, immer wieder auf ihre Äußerlichkeiten und ihren Körper reduziert
werden oder auf andere Art und Weise in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt sind, setzen
wir uns für eine feministische Gesellschaft ein.
Wir engagieren uns für Queerfeminismus und wollen gleiche Rechte und Chancen für alle
verwirklichen. Dazu gehört die entschiedene Ablehnung und Bekämpfung von Sexismus in
unserer Gesellschaft und die Stärkung von Frauen, Inter- und Transpersonen.
Eine solche Stärkung kann nur durch die Aufbrechung geschlechterspeziefischer Vorurteile
geschehen. Die GJH wendet sich gegen stereotype Geschlechterrollen.

Soziale Gerechtigkeit
Wir kritisieren den Leistungsdruck in unserer Gesellschaft und wollen allen eine gute Bildung
ermöglichen, unabhängig vom sozialen Hintergrund der jeweiligen Menschen.
Chancengleichheit ist uns wichtig. Wir setzen uns für mehr Kitaplätze sowie bessere
Finanzierungsmöglichkeiten der Ausbildung und des Studiums ein, da Bildung für uns die
Grundlage eines freien, selbstbestimmten Lebens darstellt.
Wir wenden uns gegen das derzeitige Sozialleistungstransfersystem (z. B. Hartz IV) und
fordern Alternativen ein. Hier diskutieren wir verschiedene Möglichkeiten, wie beispielsweise
ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Wir stehen dem kapitalistischen Gesellschaftssystem kritisch gegenüber und setzen uns mit
den negativen Auswirkungen auseinander. Hierzu diskutieren wir grundlegende Alternativen,
auch um sofortige Verbesserungen zu erwirken.
Für uns endet soziale Gerechtigkeit weder an Stadtmauern noch an Staatsgrenzen. Wir
bekennen uns zu der Idee einer solidarischen und grenzenlosen Welt.

Recht auf Stadt – Für alle!
Die Stadt gehört allen, ohne Außnahme. Wir streiten für ein Hannover, das es allen
gleichberechtigt ermöglicht, an der Gesellschaft teilzuhaben. Für eine inklusive Gesellschaft,
die jede*n mitnimmt, gehört eine Mobilität, die niemanden einschränkt und es allen
ermöglicht, unabhängig vom Geldbeutel von A nach B zu kommen. Dazu gehört für uns
kostenloser, barrierefreier und umfassender öffentlicher Nahverkehr. Wir setzen uns dafür ein,
dass man an jedem Wochentag und zu jeder Tages- und Nachtzeit noch bequem nach Hause
kommt und dass die nächste Station für jede*n gut erreichbar ist. Neben dem Nahverkehr
wollen wir die Stadt fahrradfreundlich machen und die Stadt von den Autos und Parkplätzen
für die Menschen zurückgewinnen.

Wir wehren uns entschieden gegen die Verdrängung von Menschen mit geringem Einkommen
aus dem Stadtzentrum. Der Ausbau von günstigem Wohnraum muss in der Wohnungspolitik
oberste Priorität haben. Die wirtschaftlichen Interessen Einzelner dürfen nicht auf Kosten Vieler                                      durchgesetzt werden. Wir stellen uns aktiv Zwangsräumungen in den Weg und
unterstützen Initiativen, die Betroffene vernetzen und Hilfe leisten.

Für eine lebenswerte Stadt gehört für uns auch eine kreative und bunte Kulturszene. Die
städtische Kultur ist erhaltenswert und für alle zugänglich zu machen. Das fängt bei den
staatlichen Theatern an und hört auch nicht bei kleinen privaten und ehrenamtlich geführten
Kulturzentren auf. Ebenso unterstützen wir die zahlreichen Jugendzentren in Hannover und
der Region. Wir sind gegen die zwanghafte Verdrängung von zu unerwünscht erklärten
„Szenen“ aus dem Stadtbild.

Mach mit!
Dieses Selbstverständnis stellt natürlich nur einen kurzen Einblick in unsere Arbeit und unsere
Positionen da. Wenn du mehr erfahren willst, politisch interessiert bist oder einfach ein
bisschen mit uns diskutieren möchtest, komm am besten einfach vorbei und mach mit! Wir
freuen uns auf dich!

Dieses Selbstverständnis wurde am 21.02.2018 einstimmig beschlossen.