Am 24.01.2018 war der Fotojournalist und ehemalige Bundessprecher der Grünen Jugend Erik Marquardt bei uns zu Gast. Sein Fotovortrag beschäftigte sich mit verschiedensten Fluchtrouten nach Europa und der dramatischen Situation in Ländern wie Afghanistan und Libyen, aber auch in den EU-Hotspots. Allen Anwesenden wurde erneut vor Augen gerufen, unter welchen schrecklichen Zuständen Menschen nach Europa fliehen müssen und dass ihnen vielerorts kaum geholfen wird. Überfüllte Camps, gefährliche Fahrten in untauglichen Schlauchbooten und unendlich lange Fußmärsche sind Alltag für Menschen jeden Alters und Geschlechts. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und verschärfte Grenzkontrollen machen den Weg zusätzlich nahezu unmöglich. Erik berichtet von Szenen der Gewalt und Machtlosigkeit, von gezielter Abschreckung auf die Kosten von Menschenleben und der Skrupellosigkeit von Schleppern. Erneut wird uns klar, wie absurd es ist, nach Afghanistan abzuschieben – ein Land, in dem sich Botschaftsmitarbeiter*innen nicht aus ihren Wohnsitzen bewegen dürfen, weil es zu gefährlich ist und beinahe täglich Anschläge verübt werden, wo Chancenlosigkeit und Armut herrscht. Wer sind wir, darüber zu urteilen, wie sicher das Leben dort ist? Egal, ob in Afghanistan, den Balkanstaaten, der Türkei oder auf den griechischen Inseln: es müssen legale Wege geschaffen werden, die es Geflüchteten ermöglichen, ihrer verzweifelten Lage zu entfliehen ohne noch zusätzliches Leid erfahren zu müssen.

Nach Eriks Vortrag, zu dem nahezu 100 Leute gekommen sind, herrschte bedrückende Stille im Raum, die sich noch verstärkte, als ein Anwesender Syrer sich mit den Worten äußerte: „Ich musste weinen. Viele dieser Orte habe ich gesehen und wiedererkannt. Es ist genauso, wie beschrieben.“

Im Rahmen des Vortrags wurden Spenden gesammelt für ein Children House auf der griechischen Insel Chios und die unglaublichen 270 €, die dabei zusammenkamen, motivieren uns, weiter für die Rechte von Geflüchteten zu kämpfen. Danke Erik für deinen Vortrag und deinen Einsatz!