Anlässlich der Kundgebung des neonazistischen „Freundeskreis Thüringen Niedersachsen“ am 01.04. in Göttingen erklärt die GRÜNE JUGEND Hannover:

Mariel Reichard, Mitglied der GRÜNEN JUGEND Hannover, erklärt dazu: „Wir sind erfreut über den breiten und entschlossenen Widerstand gegen Neonazis, der in Göttingen zur Schau gestellt wurde. Göttingen hat wieder einmal gezeigt, dass aktiver Protest und der Aufruf zu Blockaden den Nazis die Lust am Demonstrieren vermiesen. Die Freude über den erfolgreichen Protest wird für uns jedoch durch das unaktzeptable Verhalten der Polizei geschmälert. Mit unverhältnismäßigen und unserer Auffassung nach rechtswidrigen Maßnahmen wurden Antifaschist*innen drangsaliert und eingeschüchtert.“

Bela Mittelstädt ergänzt: „Auch einige unserer Mitglieder wurden stundenlang in Kreiensen von mehreren hundert Polizist*innen festgehalten, abgefilmt und am Gang zur Toilette gehindert, während in Friedland der faschistische Mob ohne Hindernisse Menschen jagen konnte. Dieser völlig unverhältnismäßige Einsatz gegen eine auf der Rückreise befindliche Gruppe erscheint zudem völlig willkürlich gegen einzelne Personen gewesen zu sein, völlig ohne jeden objektiven Anhaltspunkt. Wir fordern die Polizei dazu auf, sich mit ihrer Arbeit endlich auf die menschenfeindlichen Nazistrukturen zu konzentrieren, anstatt diejenigen zu strafen, die sich mit Zivilcourage den Nazis in den Weg stellen. Wir prüfen zur Zeit rechtliche Schritte gegen die erkennungsdienstliche Behandlung und die Ingewahrsamnahme.“

Hintergrund:

Am 01.04. hatte das Neonazi-Netzwerk „Freundeskreis Thüringen Niedersachsen“ eine Kundgebung mit weniger als 100 Teilnehmer*innen am Göttinger Bahnhof veranstaltet, gegen die etwa 1500 Menschen protestierten. Die Nazis veranstalteten im Nachgang eine kurze Demonstration in Northeim und jagten anschließend Pressefotograf*innen durch Friedland.

Die Heimreise der Antifaschist*innen aus Hannover wurde in Kreiensen gestoppt, weil es einige Zeit vorher im Bereich des Bahnhofs Einbeck zu einem Zwischenfall mit Nazis gekommen sein soll. In der Folge wurde ein Abteil junger Menschen willkürlich von der Polizei zur Räumung, Abgabe der Personalien, erkennungsdienstlichen Behandlung und Ingewahrsamnahme ausgewählt. Die Betroffenen wurden ohne Angabe von Gründen ihnen oder ihren Anwält*innen gegenüber über mehrere Stunden festgehalten, bevor sie ihre Fahrt unter polizeilicher Aufsicht fortsetzen konnten.